Nur bei wenigen Regisseuren war die Berufswahl so naheliegend wie bei Miguel Albaladejo: Seine Eltern besaßen ein Kino, in dem er als Kind viel Zeit verbrachte.

Kein Wunder also, dass er sich für ein Studium der Kommunikationswissenschaften (Schwerpunkt Ciencias de la Imagen)entschied. Danach absolvierte er verschiedene Praktika und wirkte unter anderem beim Dreh von El sueño del mono loco (1989) von Fernando Trueba und Todos a la cárcel (1993) von Luis García Berlanga mit. Zwischenzeitlich leitete er auch das casting für Berlangas Serie Villarriba y Villabajo. Parallel begann er, selbst Kurzfilme zu drehen, die sich bereits mit seinem späteren Hauptthema befassen: Das Besondere im Alltäglichen und das Absurde im Gewöhnlichen. So entstanden u.a. Cenizas a cenizas (1993) und Sangre ciega (1994).

Sein erster Langfilm La primera noche de mi vida wurde 1999 auf dem Festival von Málaga als bester Film ausgezeichnet. Seine späteren Werke wie Rencor (2002), Cachorro (2004) und Nacidas para sufrir (2009) sind mit renommierten Schauspielern besetzt und waren Publikumserfolge.

Das Besondere am Gesamtwerk von Albaladejo ist, dass er sich sehr unterschiedlichen Themen widmet und Filme für ganz verschiedene Zielgruppen gedreht hat. Hinter Rencor verbirgt sich eine Tragikomödie, Cachorro befasst sich mit der homosexuellen Szene in Madrid, mit Manolito Gafotas (1999) brachte er eine bekannte Kinderbuchreihe der Schriftstellerin Elvira Lindo auf die Leinwand, und Nacidas para sufrir rückt starke Frauen in den Mittelpunkt. Sein buntes und vielfältiges Werk möchten wir dem Publikum anhand von vier Beispielen nahe bringen.