Fr. 03.05. / 17.00–20.00 / Degginger, Wahlenstraße 17
Sa. 04.05. / 09.30–13.00 / Degginger, Wahlenstraße 17

EINTRITT FREI!

Lateinamerika 1968 und heute: von der Revolution zum Populismus?

Der chilenische Autor Roberto Bolaño (Santiago de Chile, 1953 – Barcelona, 2003) hat sich in den letzten 20 Jahren zu einer Leitfigur lateinamerikanischer Literatur entwickelt. Fast könnte man schon von einem neuen „literarischen Boom“ sprechen, wie er bereits in den 60er Jahren in Lateinamerika stattgefunden hatte. Romane wie Los detectives salvajes (Die ungeselligen Detektive) und 2666 haben neben vielen anderen seiner Werke sowohl für Begeisterung als auch für heftige Kritik gesorgt und akademisches Interesse geweckt. In Bezug auf seine Werke sind zwei fundamentale Aspekte besonders hervorzuheben: Die konstante Präsenz politischer Themen (der Staatsstreich Pinochets, das Massaker von Tlatelolco, die Frauenmorde von Ciudad Juárez) und die Zusammenhänge dieser politischen Ereignisse untereinander. Dabei werden geografische und zeitliche Grenzen überschritten, mit Hilfe spezieller Erzähltechniken und wandernder Figuren. Aufgrund der aufgewühlten politischen Lage in Lateinamerika – aber auch in Europa – möchten wir in dieser Ausgabe von cinEScultura auf Bolaños Werke aufmerksam machen und uns auf eine akademische Reise durch die politische Landschaft Lateinamerikas begeben. Wir hoffen, den Teilnehmenden -ausgehend von seiner Persönlichkeit - einen Einblick in die lateinamerikanische Politik zu verschaffen, der über die alltäglichen Presseschlagzeilen hinausgeht.

Teilnehmer: Prof. Dr. Günther Maihold (SWP, Berlin), Prof. Dr. Markus-Michael Müller (Freie Universität Berlin), Prof. Dr. Nikolaus Werz (Universität Rostock), PD Dr. Oliver Hidalgo (Universität Regensburg), Dr. Clara Ruvituso (Freie Universität Berlin).

Moderator und Organisator: Jordi Balada-Campo (PhD, Universität Regensburg)

Paul Ingendaay liest aus seinem neuen Roman "Königspark"

09.05.18 | 20:00 Uhr

Buchhandlung Dombrowsky | Eintritt 8 €, ermäßigt 5 €

Königspark, so nennt Nuria die Madrider Casa de Campo. Zu jeder Tageszeit drängeln sich hier Frauen am Straßenrand, schauen in die dahinrollenden Autos und rufen den Fahrern ihre Tarife zu. Ein Ort des Begehrens und der Verzweiflung, des gekauften Sex und der Gewalt. Und alle treffen sich hier, die billigen Touristen genauso wie der verlogene Chefredakteur. Nuria ist Kampfsportlerin, sie hat keine Angst und passt auf die Frauen auf, schützt sie vor brutalen Freiern, den Zuhältern und sogar vor der Polizei. Bezahlt wird sie von Rico Vargas, dem zynischen Emporkömmling, der den Königspark kontrolliert. Und für den auch Nurias Schwester Isa anschafft. Vargas ahnt lange nicht, warum Nuria nach vielen Jahren wieder einen Kontakt zu Isa herstellen will.


Paul Ingendaay, geboren 1961 in Köln, lebte als Schriftsteller und Journalist lange in Madrid. 1997 erhielt er den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik, 2006 wurde er für sein Debüt Warum du mich verlassen hast mit dem aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet. Nach dem Roman Die romantischen Jahre und dem Erzählungsband Die Nacht von Madrid erschien von Paul Ingendaay zuletzt die Gebrauchsanweisung für Andalusien.

Foto: Julian Ingendaay

 

Sa. 04.05. / 16:30 / Alumneum, Luthersaal, Am Ölberg 2

In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Spanischen Verein El Puente und dem Evangelischen Bildungswerk Regensburg

VORTRAG: „Und die lateinamerikanischen Kinder- und Jugendorchester entstanden in Chile ...“
Jorge Peña Hen und Nella Camarda, Pioniere der Musikvermittlung“.

Referentin: Clara Criado Hernández

Der Chilenische Putsch von Augusto Pinochet im September 1973 hatte auch in der Kultur und in der Musik schreckliche Folgen. Der Mord an Jorge Peña Hen durch die Caravana de la Muerte ist auch das Ende eines innovativen musikalischen Sozialprojekts, das in ganz Südamerika einzigartig ist. 1964 hatte Peña Hen mit Hilfe seiner Frau, der Pianistin Nella Camarda, das erste Kinder-Sinfonie-Orchester Lateinamerikas gegründet, das armen Jugendlichen aus Förderschulen in La Serena eine Musik- und Instrumentalausbildung ermöglichte. Clara Criado Hernández machte Nella Camarda ausfindig, reiste nach Santiago de Chile und traf sie ...