In der Sparte „documentalES“ laufen Dokumentarfilme, die den Zeitgeist widerspiegeln, uns die Augen öffnen und einen direkten Blick auf Lebenswirklichkeiten in Spanien und Lateinamerika ermöglichen. Die Bandbreite reicht thematisch von der Anklage von Missständen bis hin zur Erinnerungskultur, ästhetisch von cineastischer Kunst und purerSpielfreude. Immer mit dem Ziel einer besseren Zukunft vor Augen.

Die Dokumentarfilme spiegeln ihre Zeit und deren Geist, sie öffnen uns die Augen, und in unserem Fall erlauben sie es uns, einen direkten Blick auf die aktuelle Wirklichkeit der spanischsprachigen Welt zu werfen. Dieses breitgefächerte Film-Genre hat in den letzten 20 Jahren sehr an Präsenz und Bedeutung gewonnen. In einer so unruhigen Welt wie der heutigen scheint der Dokumentarfilm unserem Bedürfnis nach Klarheit zu entsprechen: Eine mehr oder weniger objektive Klarheit darüber, was im Zeitalter der fake news verschwiegen wird oder unklar bleibt. In dieser Sektion hatten wir für unsere gewohnte Festivalzeit ein Dutzend Filme mit unterschiedlichen Themen vorgesehen. Da die Pandemie uns nun dazu zwingt, auf alternative Termine auszuweichen, in denen wir nicht das gesamte Programm unterbringen können, und auch weil die Zeit von November 2020 bis April 2012 zu knapp ist, um wieder ein vollständiges neues Programm in allen drei Sparten vorzubereiten, wird der größte Teil der Sektion Dokumentarfilme, die wir für dieses Jahr vorbereitet hatten, im kommenden Jahr gezeigt werden. Jedoch werden dieses Jahr drei der geplanten Filme gezeigt werden. Sie haben eine Gemeinsamkeit: Alle drei sind Werke von galicischen Regisseuren, die zeigen, dass auch in dieser Gegend Spaniens der Dokumentarfilm eine Blüte erlebt. Alle Frauen, die ich kenne widmet sich dem Thema Gewalt gegen Frauen aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel, indem er die immer latente Angst zahlreicher Frauen, Opfer von Misshandlung oder Vergewaltigung zu werden, darstellt. Hamada lenkt unsere Aufmerksamkeit auf den „vergessenen Kampf“ des Volkes der Saharauis, die seit der marokkanischen Besatzung im Jahr 1975, die übrigens weder von der UNO noch nach internationalem Recht jemals anerkannt worden ist, zu Tausenden in der Wüste leben müssen. Das was brennt, ist ein gutes Beispiel für die Blüte der Dokufiktion in den letzten 20 Jahren und ein wunderbarer Film über Leiden und Schuld sowie den Umweltschutz in einer ländlichen Umgebung, die im Begriff ist, unterzugehen.